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Stellungnahme des LIGA-Fachausschusses Wohnungsnotfallhilfe zur strukturellen Verortung der Wohnungslosentagesstätten im Land Berlin

Berlin, 07.11.2025

Die Berliner Wohnungslosentagesstätten sind ein zentrales, ganzjährig genutztes Angebot für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Obwohl sie einen gesamtstädtischen Auftrag erfüllen, erfolgt ihre Finanzierung bislang über die Bezirke, während vergleichbare niedrigschwellige Hilfen über das Integrierte Sozialprogramm (ISP) des Landes Berlin gefördert werden.

Wohnungslosentagesstätten sind weit mehr als reine Versorgungsangebote. Sie sind erste Anlaufstellen im Hilfesystem.

Sie bieten Sozialberatung, unterstützen bei der Heranführung an das Regelsystem der sozialen Hilfen und stellen Postadressen zur Verfügung. Darüber hinaus übernehmen sie eine wesentliche Funktion innerhalb der Kälte- und Hitzehilfe, da sie wohnungslose Menschen tagsüber erreichen und somit das bestehende Kältehilfesystem sinnvoll ergänzen.

Angesichts ihres bezirksübergreifenden Charakters und der zunehmenden Komplexität der Bedarfe ist eine landesweite strategische Steuerung erforderlich.

Dazu gehört insbesondere eine regelmäßige Bedarfserfassung als Grundlage für eine abgestimmte Planung, Finanzierung und Weiterentwicklung der Angebote, ebenso wie die Entwicklung einheitlicher Mindeststandards, um die Qualität, Zugänglichkeit und Verlässlichkeit der Angebote in allen Bezirken sicherzustellen.

Der Vorschlag einer landesweiten Steuerung und Finanzierung, wie er bereits 2018 im Positionspapier der LIGA enthalten war, wurde im Rahmen gemeinsamer Gespräche zwischen der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, dem LIGA-Fachausschuss Wohnungsnotfallhilfe und den Wohnungslosentagesstätten erneut thematisiert.

Fast einstimmig sprechen sich die Berliner Wohnungslosentagesstätten zugunsten einer zukünftigen landesweiten Steuerung und Finanzierung aus.

Der LIGA-Fachausschuss Wohnungsnotfallhilfe unterstützt die Positionen der Wohnungslosentagesstätten und spricht sich aus sozialpolitischer Sicht ausdrücklich für eine gesamtstädtische Verortung der Wohnungslosentagesstätten aus.


Zugleich werden die von den Wohnungslosentagesstätten geäußerten Bedenken und Sorgen ernst genommen. Der Fachausschuss strebt an, den weiteren Prozess aktiv zu begleiten und sich gemeinsam mit den Wohnungslosentagesstätten dafür einzusetzen, dass deren Belange und Interessen berücksichtigt und sie in die Weiterentwicklungs- und Umsetzungsprozesse verbindlich eingebunden werden.

Darüber hinaus fordert der Fachausschuss, die Wohnungslosentagesstätten künftig analog zur Kältehilfe in eine auftragsweise Bewirtschaftung zu überführen und entsprechend zu finanzieren.

Alternativ würde auch die Einbindung der Wohnungslosentagesstätten in das Integrierte Sozialprogramm (ISP) ihrer Bedeutung für die gesamtstädtische Versorgung und Koordination entsprechen.


Dadurch kann eine bedarfsgerechte, transparente und verlässliche Steuerung der Angebote gewährleistet und die gesamtstädtische Verantwortung des Landes Berlin für die Versorgung und im Sinne der wohnungslosen Menschen gestärkt werden.

Ansprechpartnerin:

Nina Tsonkidis
Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) e.V.
Referentin für Armutsbekämpfung, Wohnungslosenhilfe, soziale Dienste
Telefon: 030 82097-190/ 0172 734 7890
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Stelllungnahme LIGA Wohnungslosen-tagesstätten

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