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Berlin – Hauptstadt der Kitas

Berlin, 20.05.2026

Ideen für eine Stärkung der Kindertagesbetreuung anlässlich der Abgeordnetenhauswahl 2026

Mitten in Berlin lag lange die kinderreichste Region Europas. Über viele Jahre dominierten Kinderwägen ganze Kieze. Tausende Kitaplätze sind entstanden, um den Familien ein wohnortnahes Angebot für die Förderung und Betreuung der Jüngsten zu machen.

Heute bieten fast 1.600 Kitaträger in über 2.900 Einrichtungen Kindern die Möglichkeit frühe Bildungsangebote zu nutzen. Diese sind am Alltag der Kinder und deren Bedürfnissen orientiert. Die Kita ist ein Ort der Anregung, des Ankommens und hat einen klaren Auftrag Kinder in ihrer Entwicklung vielfältig zu unterstützen.

Aber: Berlin ist keine Insel. Die Bedingungen des Lebens für Familien in Berlin sind neben geopolitischen Verwerfungen auch von ganz praktischen Herausforderungen des Lebens in einer Metropole geprägt.

Der Wegzug junger Familien, weil Wohnraum knapp und zu teuer ist, wird immer spürbarer. Weniger junge Leute ziehen nach Berlin und die, die da sind entscheiden sich dafür Kinderpläne zu verschieben. Der allgemeine Rückgang der Geburtenzahlen der letzten Jahre macht sich deshalb deutlich in den Kitas bemerkbar. Gleichzeitig gibt es weiterhin Kinder, die nicht vom Angebot der Kitas profitieren.

Eine familienfreundliche Stadt ist mehr als nur ein gutes Kitaangebot. Die Vielfalt der Kitakonzepte, die Wohnortnähe und unkomplizierte Zugänge sind jedoch ein wichtiger Bestandteil dafür, dass Berlin ein guter Ort für Kinder ist und bleibt.

Die Berliner Kitaträger leisten ihren Beitrag, damit Berlin auch weiterhin eine Stadt ist, in der junge Menschen ankommen und bleiben wollen, dass sie Kinder bekommen, weil sie hier all das finden, was Kinder zum Wachsen brauchen. Das können Kitas natürlich nicht allein, sondern hier braucht es neben dem guten Kitaangebot den bezahlbaren Wohnraum, die Infrastruktur von der Hebamme, über die Musikschule bis hin zur Erziehungsberatung. Spielplätze die sauber sind und nicht zuletzt den öffentlichen Raum, der den Menschen an erste Stelle setzt.

Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände und der Dachverband der Berliner Kinder- und Schülerläden regen daher an:

1. Zugänge in die Kita weiter vereinfachen

  • Mit der Einführung des „Willkommensgutscheins“ macht Berlin einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Die Übersendung eines Teilzeitgutscheins an alle Kinder zum 3. Geburtstag ist ein guter Anfang. Wir regen an, dass zukünftig die Übersendung eines Teilzeitgutscheins sowohl zum 1. Geburtstag, als auch erneut zum 3. Geburtstag eines Kindes erfolgt.
  • Anträge auf Kitagutscheine müssen zeitnah durch die bezirklichen Gutscheinstellen ausgestellt werden. Besondere soziale Faktoren sollen stärker Einfluss auf den möglichen Betreuungsumfang haben.
  • Die Ausstellung eines berlinpass-BuT muss unkompliziert und zeitnah erfolgen. Familien profitieren hier ganz unmittelbar durch Übernahme von Kosten durch den Bund von ca. 300 € pro Kind und Jahr.
  • Familienberatungsstellen, Gemeinschaftseinrichtungen oder Erziehungs-beratungsstellen sollen über Kooperationen mit Kitaträgern verfügen, um Familien unkompliziert und direkt vermitteln zu können.
2. Familien besser erreichen und bedarfsgerecht versorgen
  • 2.900 Kitas in Berlin. Da ist für jede Familie was dabei. Kitas und Kinderläden von groß bis klein. Einrichtungen mit diversen Familiensprachen oder bilingualem Konzept. Konfessionelle Kitas, Montessori, Waldorf, Kneipp und Theaterkitas oder Kitas mit Musikbetonung. Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt. Die Träger sind eigenverantwortlich, wenn es um die Sichtbarkeit ihrer Angebote und Konzepte geht. Sie können ihr Angebot aber auch auf der Plattform des Landes Berlins, dem Kitanavigator, präsentieren. Dieser muss verlässlich, aussagekräftig und anwenderfreundlich für Eltern funktionieren.
  • Die Bedarfe an Kindertagesbetreuung reichen oft über den Teilzeitbedarf hinaus. Und dies nicht nur aufgrund von nachweisbarer Tätigkeit, sondern auch durch besondere soziale/familiäre Herausforderungen. Beengte Wohnverhältnisse, Erkrankungen von Eltern(teilen), Überlastung Alleinerziehender u.v.m. sollten einen höheren Betreuungsumfang für Kinder rechtfertigen, wenn die Eltern dies wünschen. Eltern müssen dabei unterstützt werden diesen Bedarf geltend zu machen. Jugendämter sollen entsprechend beraten und aufklären.
  • Angebote, die Familien Zugänge in die Kindertagesbetreuung ebnen und ermöglichen müssen gestärkt werden. Damit sind in erster Linie die Kitagutscheinstellen der Bezirke gemeint. Aber auch Familienzentren, Familienberatungsstellen und Familienservicebüros, die Eltern bei der Beantragung eines Kitagutscheins unterstützen können, sollen in der Lage sein, Familien den Weg in die Kita zu ebnen.
3. Vielfalt erhalten
  • Berlin ist stolz auf seine Kitalandschaft. In den verschiedensten Trägerstrukturen arbeiten gemeinnützige Organisationen zum Wohl der Berliner Familien. Diese Vielfalt ist ein Gewinn für alle. Sie sichert die Erfüllung des Wunsch- und Wahlrechts der Eltern.
  • Die Strukturen zu erhalten hat höchste Priorität. Das geht nur mit Personal und Geld. Für mittelbare pädagogische Arbeit, für angemessene Sachkosten, für Sanierung und Aufwertung des Bestandes. Und das nicht nur in den fünf Berliner Eigenbetrieben, sondern auch bei den über 1.800 freien Trägern der Jugendhilfe, die sich im Kitabereich engagieren.
  • Vielfalt bedeutet auch Chancengleichheit. Nicht nur für Kinder und Familien, sondern auch für Beschäftigte und Kitaträger. Deshalb klagen die Liga der Wohlfahrtsverbände und der DaKS auf Übertragung der Hauptstadtzulage in die Kitafinanzierung. Denn dies ist ein wichtiger Anker für gleiche Bedingungen im Werben um Beschäftigte.
4. Stabilität gewährleisten
  • Planungssicherheit ist ein wichtiger Faktor für Stabilität. Die Fortführung der Regularien der RV Tag hinsichtlich der Fortschreibung auf Grundlage der Verbrauchspreisentwicklung und der Tarifergebnisse sind dafür ein wichtiger Baustein. Die Änderungen des Kitagesetzes in 2025 haben für eine Verbesserung und damit auch zur Planungssicherheit beigetragen. Aber…
  • Träger dürfen mit den strukturellen Herausforderungen, die sich beispielsweise aus dem drastischen Kinderrückgang ergeben nicht allein gelassen werden. Es braucht ein gemeinsames Agieren des Landes und der Träger um soziale Infrastruktur zu sichern und Räume zu erhalten. Berlin kann es sich nicht leisten Orte für soziale Nutzungen zu verlieren.
  • Die ausstehende Befassung mit dem Thema „mittelbare pädagogische Arbeit“ (mpA) muss trotz aller Herausforderungen in der nächsten Legislatur ernsthaft behandelt und abgeschlossen werden. Die benannte Lücke von 15% zwischen finanzierter mpA und dem Bedarf ist nicht länger hinnehmbar.
  • Zur Planungssicherheit gehört auch, dass die Voraussetzungen funktionieren. Das Land Berlin muss sicherstellen, dass u.a. vorgesehenen kindbezogene Zuschläge auch in den Kitas ankommen. Die gute Idee des Partizipationszuschlags droht schon mit seiner Einführung zu scheitern, teils wegen inakzeptablen Bearbeitungszeiten, teils wegen sehr kurzen Laufzeiten. Deshalb fordern wir, dass auch andere Nachweise für die BuT-Berechtigung für die Zuschlagerteilung genutzt werden.
In den kommenden Jahren werden sich das Land Berlin, die Verbände und Träger der Frage stellen dürfen: Welche Qualität wollen wir uns leisten? Durch freiwerdende Mittel aufgrund der dramatisch sinkenden Kinderzahlen ergibt sich eine positive Umdeutungsmöglichkeit und damit die Chance Berliner Kitas einen richtig großen Schritt nach vorn gehen zu lassen.

Damit unsere Stadt zu Recht sagen kann: Berlin – Hauptstadt der Kitas!

Für den Liga/DaKS Fachausschuss Kindertagesbetreuung

Ansprechpartnerin:
Sabine Kosler, Vorsitzende des Fachausschusses Kindertagesbetreuung der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Berlin und des DaKS (Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden)

E-Mail: [E-Mail anzeigen]
Telefon: 030 86 001 178

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Forderungen zum Wahljahr 2026 LigaDaKS

Forderungen zum Wahljahr 2026 LigaDaKS

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