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Die Wohlfahrtsverbände der LIGA Berlin fordern umgehend Planungssicherheit für die Berliner Kältehilfe

Berlin, 23. September 2020

Zum Start einer außergewöhnlichen Kältehilfesaison fordert die LIGA der  Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin (LIGA Berlin) den Senat auf, die Hilfen für obdachlose Menschen pandemiegerecht zu gestalten und die  Finanzierungsunsicherheit bei den Trägern zu beenden.

Wer in den letzten Tagen nachts oder sehr zeitig vor die Tür musste, konnte es bereits  spüren. Der Sommer verabschiedet sich und die Nächte werden wieder empfindlich kalt.  Damit beginnt die Zeit der Berliner Kältehilfe. Organisiert von Kirchengemeinden,  Wohlfahrtspflege, Hilfsorganisationen und sozialen Trägern in Kooperation mit den  Bezirken, wird diese Kältehilfeperiode jedoch coronabedingt in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich und fordernd für alle Beteiligten.

Aus diesem Grund ist für die Mitgliedsverbände der LIGA Berlin eine verlässliche Zusammenarbeit mit dem Senat und den Bezirken wichtiger denn je. Die Verbände mit ihren Mitgliedern, den Trägern der Kältehilfeangebote, benötigen umgehend Planungssicherheit vor allem in Bezug auf die Finanzierung und Hygienekonzeptionen. Um die Kältehilfe auch unter den aktuellen Bedingungen einer Pandemie sicherstellen zu können, fordert die LIGA Berlin deshalb:

  1. Die Träger der Kältehilfe müssen schnellstens Planungssicherheit für die anstehende Kältehilfeperiode erlangen. Hierzu gehören insbesondere verbindliche Finanzierungszusagen durch den Senat. Es wird für die Träger kaum möglich sein, unter den aktuellen Bedingungen finanziell in eine unsichere Vorleistung zu gehen. Dadurch könnten u. U. wichtige Angebote, die im Vertrauen auf eine Finanzierung bereits zugesagt wurden, nicht zustande kommen.
  2. Berlin braucht dringend ein tragfähiges Schutzkonzept für wohnungs- und obdachlose Menschen in der Corona-Pandemie. Eine Weiterführung der Kältehilfe wie in den vergangenen Jahren ist aus Sicht der LIGA Berlin keine zufriedenstellende Lösung.
  3. Die Kapazitäten der Kältehilfe müssen den aktuellen Bedingungen in Qualität und Quantität angepasst werden. Momentan sind für November 2020 879 Plätze geplant. In der „Nacht der Solidarität“ im Januar dieses Jahres wurden 1.976 Menschen ohne Unterkunft angetroffen. Die Plätze würden also nicht ausreichen. In Corona-Zeiten werden annehmbare Unterkünfte für alle Menschen benötigt, die bislang nicht ordnungsbehördlich untergebracht sind. Insbesondere sind mehr Plätze in frauenspezifischen Einrichtungen vonnöten.
  4. Es müssen deutlich mehr Tagesaufenthaltsmöglichkeiten bspw. in Form sog. 24/7 Einrichtungen geschaffen werden. Nicht zuletzt durch die coronabedingt abgebauten Platzzahlen in den Wohnungslosentagesstätten sowie die Reduzierung bzw. den Wegfall u. a. von Suppenküchen gibt es hier einen hohen Bedarf. Dieser Mangel führt zu unannehmbaren Einschränkungen der Hygieneversorgung von obdachlosen Menschen.

„Die Kältehilfe steht in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen, denn die Pandemie ist noch längst nicht überstanden. Gerade für wohnungslose Menschen ohne jede Unterkunft müssen wir mit unseren Kältehilfeeinrichtungen deshalb eine ausreichende hygienische Versorgung bieten können“, so Oliver Bürgel,  Landesgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und damit aktuell Federführer der LIGA Berlin. „Wir fordern den Berliner Senat daher dringend auf, unseren Forderungen nach einer zügigen Finanzierungszusage, einem tragfähigen Schutzkonzept und der  Anpassung der Kapazitäten sowohl für Tages- als auch Übernachtungsangebote  nachzukommen. Das Coronavirus hat unser Leben in einer Form verändert, die wir noch  im letzten Jahr nicht für möglich gehalten hätten. Für wohnungslose Menschen ohne  Unterkunft jedoch stellen nicht nur das Virus selbst, sondern die damit, zu Recht,  einhergehenden Einschränkungen einen lebensbedrohlichen Umstand dar. Im Rahmen der Kältehilfe versuchen wir diese Situation zumindest etwas abzumildern.“

Anmerkungen
Wir würden uns über eine Veröffentlichung freuen. Für weitere Informationen, Statements oder Interviewpartner*innen steht Ihnen unser Pressesprecher, Markus Galle, gern zur Verfügung.

Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin besteht aus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Landesverband Berlin, dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin, dem  Diakonischen Werk Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz, dem DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz sowie der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. In den sozialen   Einrichtungen, Diensten und Projekten der LIGA sind in Berlin rund 107.000 hauptamtliche und etwa 53.000 ehrenamtliche Mitarbeitende tätig. Rund 150.000 Menschen sind zusätzlich persönliche Mitglieder in den Verbänden der LIGA Berlin, die wiederum ca.  1.200 Initiativen und Träger vertreten.

Weitere Informationen und Positionen der LIGA finden Sie unter www.ligaberlin.de.

Kontakt
Markus Galle // Leitung Stabsstelle Kommunikation // Pressesprecher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die LIGA Berlin
AWO Landesverband Berlin e.V.
Blücherstraße 62 // 10961 Berlin
Telefon: 030 25 389 252
Mobil: 0151 15 462 701
E-Mail: markus.galle@awoberlin.de

Zur Pressemitteilung

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