Sie befinden sich hier: StartseitePresse / Berliner Wohlfahrtsverbände fordern schnellere... 

Berliner Wohlfahrtsverbände fordern schnellere Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

26.01.2016
Die Berliner Wohlfahrtsverbände fordern schnellere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

So müssen die Altersfeststellung beschleunigt und die Plätze in der Kinder- und Jugendhilfe umgehend ausgebaut werden. Zudem müssen den Kindern und Jugendlichen von Beginn an Vormünder zur Seite gestellt werden, um deren rechtliche Vertretung zu sichern. „Wir fordern den Senat auf, ein Investitionsprogramm aufzulegen, so wie es beim Kita-Ausbau-Programm geschehen ist. Zudem ist ein ressortübergreifendes Integrationskonzept notwendig, das Beschulung und Ausbildungsbefähigung verbindet“, sagt Ulrike Kostka, Caritasdirektorin und Vorsitzende der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin.

2015 hat die Stadt etwa 4000 unbegleitete Kinder und Jugendliche aufgenommen. Aufgrund des Platzabbaus der Hilfen zur Erziehung in den letzten Jahren können diese bislang nur notdürftig versorgt und betreut werden. Im Moment warten viele Jugendliche monatelang in Notunterkünften und Hostels auf einen Clearingtermin, der für die Altersfeststellung und die erforderliche Unterstützung nötig ist. Die Altersfeststellung sollte deshalb beschleunigt werden. „Um der Überlastung der hauptamtlichen Vormünder zu begegnen, sollte ein zusätzliches System von ehrenamtlichen Vormündern aufgebaut werden“, so Ulrike Kostka. Diese Vormünder könnten von den Wohlfahrtsverbänden geschult und begleitet werden. Um dringend notwendige zusätzliche Plätze in der Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen, sollte ein einfacher Zugang zu Landesimmobilien ermöglicht und ein Landes-Investitionsprogramm aufgelegt werden.

Um die Motivation der jugendlichen Flüchtlinge zum Deutscherwerb, Schulabschluss und Ausbildung aktiv zu nutzen, ist ein ressortübergreifendes Integrationskonzept (Jugend, Bildung, Arbeit und Soziales) nötig. Die Hilfe und Unterstützung über die Volljährigkeitsgrenze hinaus muss hierbei sichergestellt werden, da Zuständigkeitsverschiebungen zu Lasten der jungen Menschen gehen. Um genügend Fachkräfte gewinnen zu können, muss eine interkulturell geöffnete Ausbildung angeboten und die Anerkennung von Quereinsteigern und Muttersprachlern erleichtert werden. Zudem ist die Unterstützung und Finanzierung der Fachkräfte durch Dolmetscher sicherzustellen. „Wichtig ist, das Zusammenwirken von Hauptamt und Ehrenamt zu fördern und bestehende Projekte auszubauen“, so Ulrike Kostka. Die LIGA regt hierfür ein Landesprogramm in Federführung der Senatsjugendverwaltung zur Werbung, Schulung und Begleitung von ehrenamtlichen Paten, Vormündern und Gastfamilien an.

Weitere Informationen

Scharf, Jens-Uwe
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Kontakt
030 66633-1054
[E-Mail anzeigen]
Pressesprecher
Gleißner, Thomas
Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V.
Kontakt
+49 30 66633-1502
[E-Mail anzeigen]

Download

Berliner Wohlfahrtsverbände fordern schnellere Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Berliner Wohlfahrtsverbände fordern schnellere Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Stand: 26.01.2016

Größe: 0,13 MB

Typ: application/pdf

Download